Was ist Yoga?


Der menschliche Geist ist potentiell unendlich und schöpferisch.
In der lebensnahen Wirklichkeit ist er jedoch begrenzt.
Darum wird technisches Fachwissen benötigt, das es dem Menschen ermöglicht,
seinen Geist zu erweitern und somit das Gleichgewicht zu erreichen,
das es ihm gestattet, seine körperliche Struktur zu lenken
und sein unendliches Selbst zur erfahren."
(Yogi Bhajan)

Yoga - Ein Abenteuer des Bewußtseins

Der Begriff Yoga entstammt dem Sanskrit-Stammwort Yuga bzw. Jugit, welches soviel bedeutet wie Joch, Zusammenbinden, Anspannen, Anschirren, oder Anjochen. Yoga selbst kann sowohl als Integration oder Vereinigung als auch im Sinne von "Anschirren" und "Anspannen", also aller Kräfte zur Sammlung und Konzentration verstanden werden.
Yoga ist die Vereinigung des individuellen (Teil-) Bewusstseins mit dem unendlichen Bewusstsein. Die Beschreibung eines Yogis oder einer Yogini ist die eines Menschen, welcher sich voll und ganz dem höheren Bewusstsein verschrieben hat, das göttliches Licht ist, bis er oder sie das individuelle (Teil-) Selbst mit dem unendlichen Selbst verschmolzen hat.

Yoga - Eine Technik des Bewußtseins

Yoga ist eine Technik des Bewusstseins. Der Ausgangspunkt ist die universell gültige Aussage über den Menschen, dass die jedem menschlichen Geist zugrunde liegende Realität potentiell sowohl unendlich als auch schöpferisch ist, und dies unabhängig von der individuellen Erfahrungs- und Bewusstseinsebene. Dieses unbegrenzte Potential ist aber begrenzt, zumindest was die praktische Umsetzung angeht. An der Grenze dieses Bewusstseins treffen unsere Möglichkeiten nämlich auf die tatsächlichen Gegebenheiten. Dadurch verändert sich unser Bewusstsein und gibt uns dann verschiedene Wahlmöglichkeiten und Fähigkeiten. Um die eigenen unbewussten Grenzen zu durchbrechen, braucht ein Mensch jedoch technisches Fachwissen. Dieses Wissen ist unbedingt erforderlich, um die Art und Aufnahmefähigkeit dieser Geistesgaben zu erweitern und sein inneres Gleichgewicht herzustellen, damit dann der körperliche Aufbau beherrscht und das unendliche Selbst erfahren werden kann. Für dieses menschliche Bewusstsein bieten die Techniken des Yoga sozusagen die Gebrauchsanweisung. Denn Yoga erforscht unsere Dimensionen, Tiefe, Natur und die Möglichkeiten als Mensch.

 

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Yoga & gute Gesundheit

Wie wir gerade erfahren haben vermittelt Yoga also die Techniken und das Bewusstsein dafür, gesund zu bleiben. Es fördert nachweislich ein starkes Immunsystem, vitale Drüsen, ein starkes Nervensystem, gute Durchblutung und ein waches Bewusstsein über die Auswirkungen unserer Handlungen und Gewohnheiten. Diese Grundlage gibt uns die Energie und lässt uns des im weiteren einen guten Umgang mit den physischen, mentalen und spirituellen Aspekten des Lebens finden.
Yoga ist in all seinen verschiedenen Ausprägungen und Schulen bestens geeignet, um die Problemen wie z.B. Stress, Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen, Bewegungsmangel, Nervosität, Konzentrationsschwäche und Stimmungsschwankungen entgegen zu wirken. Der Erfolg stellt sich dabei umso deutlicher ein, je langfristiger und regelmäßiger die Techniken angewandt werden. Yoga ist eine Selbstschulung, in dieser man lernt, aus der positiven Erfahrung, die einem die Übungen vermitteln, gesundheitsorientierte und lebensbejahende Gewohnheiten zu entwickeln.

Yoga und seine Vielfalt 

Seinen Ursprung hat Yoga in der menschlichen Erfahrung. Diese Techniken für ein gesundes, glückliches und spirituell bewusstes Leben haben sich bereits seit über Tausende von Jahren und durch sehr viele Zivilisationen hindurch entwickelt. Es heißt beispielsweise, dass sich die menschlichen Wissenschaften des Yoga in ihrer entwickelten Form zum ersten Mal vor mehr als 40.000 Jahren systematisiert hat und benutzt wurden. Sie wurden ganz offen in den Alltag integriert. Die Arbeit der frühen Yogis basierte auf greifbaren Beobachtungen der Energie und den Auswirkungen verschiedener Aktivitäten und innerer Einstellungen auf das Gleichgewicht dieser Energien im Individuum.

Alle Formen des Yoga konzentrieren sich auf die Anregung sowie auf die Regulierung der menschlichen Energie, welche als reine Essenz des Bewusstseins angesehen werden kann. Diese Energie wird auch als Kundalini bezeichnet. In ihrer ursprünglichen Entwicklungsphase arbeitete jede Yoga-Schülerin und jeder Yoga-Schüler an allen Aspekten des Selbst. Sie oder er trainierte ihren/seinen Körper, disziplinierte den Geist, analysierte und diskutierte die Welt intellektuell usw. Yoga war also ganzheitlich und durchdrang jede Ebene der menschlichen Existenz. Im Laufe der Zeit wurden die einzelnen Komponenten des ganzheitlichen Yoga-Systems isoliert und im weiteren Verlauf nur noch einzeln praktiziert. Einige Menschen zogen die reinen Körperübungen vor und ließen dabei die Mantras und spirituellen Aspekte außer acht. Andere wiederum die übten Mantras und die Meditation, aber ohne die Atemführung. Dies führte im Laufe der Jahre schließlich zur Anerkennung von zwischenzeitlich 22 unterschiedlichen Yoga-Wegen. Von dieser ursprünglichen Einteilung haben heute weniger als ein Dutzend Yoga-Richtungen eine allgemeine Verbreitung gefunden, deren bekannteste sind:

Tri-Marga

Die Bhagavad Gita ist eine der zentralen Schriften der vedischen Hochkultur Indiens auf der Grundlage der Veden, der Upanishaden, des Brahmanismus und des Yoga, bezeichnet als Karma Yoga, Bhakti Yoga und Gyan Yoga oder als "Tri-Marga" (Dreifachen Weg).

Karma Yoga - Freiheit im Handeln

Das Karma Yoga ist das Handeln im Dienste des grenzenlosen Willens der Seele. Jede einzelne Handlung wird zu Dharma, einer freudigen Pflicht. Es bedeutet selbstloses Handeln ohne dabei einen Gedanken an Belohnung zu haben.

Bhakti Yoga - die Transzendenz des Selbst durch die Liebe

Das Bhakti Yoga ist der Weg der Hingabe, der Verpflichtung und des Engagements, der allumfassenden und vollständigen Ergebenheit in die Liebe zum Göttlichen als dem Geliebten.

Gyan (Jnana) Yoga - Mit den Augen der Weisheit sehen

Gyan bedeutet Wissen, oder besser noch, das erfahrene Wissen in einem Menschen selbst. Gyan Yoga ist auch als Jnana Yoga bekannt. Es ist der Weg der intellektuellen Unterscheidung, das klare Wissen ohne die Trübung durch das Unterbewusstsein. Es ist der Weg der intellektuellen und intuitiven Erkenntnis, durch die man das Göttliche in allem sieht.

 

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Hatha Yoga - Kultivieren des Körpers

Das Hatha Yoga ist die, bei uns im Westen bekannteste und am weitesten verbreitete Yoga-Form. Das Hatha Yoga konzentriert sich auf die Vervollkommnung des physischen Körpers, um dadurch auf den Geist sowie auf das Bewusstsein zu wirken. Im Hatha Yoga gibt es 84 Haltungen (Asanas), 24 Mudras (Energiesiegel) und 3 Maha-Mudras, welche gemeinsam mit der Kontrolle des Atems durchgeführt werden. Hatha Yoga kann als "Wissenschaft, in der Sonnen- und Mondenergie direkt miteinander vereint werden, um damit die Kundalini-Energie aufsteigen zu lassen" angesehen werden. Um zur Perfektion zu gelangen, erfordert es beim Hatha Yoga viele Jahre der Übung und das unter Anleitung eines erfahrenen Yoga Lehrerin/Lehrers. Hatha Yoga betont kurzum die Beweglichkeit und die Geduld.

Raj Yoga - erlangen der spirituellen Königswürde 

Das Raj Yoga, ist der königliche Yoga-Weg, er wird auch als Yoga der Meditation bezeichnet. Er ist eine Erfahrungswissenschaft, deren Philosophie den von Patanjali dargestellten Pfad des Ashtanga Yoga (der so genannte 8-fache Weg) beinhaltet. Raj Yoga umfasst das Studium der psychischen Zentren, die Entwicklung des Willens sowie der mentalen Fähigkeiten als Träger von der großen spirituellen Energie. Es kann auch als "königliche Herrschaft und Beherrschung yogischer Tugenden und Werte" bezeichnet werden.

Mantra Yoga & Laya Yoga - die Transzendenz durch den Klang

Beim Mantra Yoga wird der Klang als Vehikel der Transzendenz verwendet. Das Ziel des Laya Yoga ist das Verschmelzen des endlichen mit dem unendlichen Bewusstsein, also des Einswerdens von Endlichkeit und Unenedlichkeit. Laya Yoga und Mantra Yoga erweitern den Geist durch den Rhythmus, dem Atem, sowie den Klang und Mantra.

Kriya Yoga - die Handlung zur Vervollkommnung führen

Das Kriya Yoga ist diejenige Disziplin welche zum Ziel hat die Handlungen im Selbst zur Erfüllung und zum Abschluss zu bringen. In den Yoga-Sutren von Patanjali wird es erwähnt als die kombinierte Anwendung von reinigenden Übungen (Tapas), eingehendem Studium (Svadhyaya) sowie der hingebungsvollen, bewussten Verehrung des Einen in Allem (Ishvara Pranidhana).

Ashtanga Yoga - 8 Arme der Yoga-Praxis von Patanjali

Patanjali identifizierte, zwischen 200 und 600 v. Chr., die 8 miteinander verbundene Aspekte des Yoga. Diese 8 Arme sind gleichermaßen entscheidend und auch notwendig, um in der Verfeinerung des Geistes und der Unterscheidung des Wahren vom Illusionären immer weiter voranzuschreiten. Sie werden "Arme" oder "Teile" genannt und nicht Schritte, um damit ihre integrierte Natur hervorzuheben. In der Beziehung zueinander wachsen die 8 Arme ein wenig und ermöglichen dadurch auch die aufeinander abgestimmte Verwendung aller Teile des Ashtanga Yoga:
Samadhi: Erwachen und Versenkung in der Geist-Seele
Dhyana: Tiefe Meditation
Dharana: Auf einen Punkt ausgerichtete Konzentration
Pratyahar: Abstimmung der Sinne und Gedanken
Pranayam: Kontrolle von Prana (Lebenskraft)
Asana: Körperhaltungen für Gesundheit und Meditation
Niyama: 5-fache Disziplin
Yama: 5-fache Beherrschung.

Tantra Yoga

Tantra bedeutet "weben". Es ist die Präzision des Bewusstseins, in Längen- und Breitengraden gemessen. Das Tantra Yoga ist der Weg der Vereinigung der Polarität von weiblichen und männlichen im individuellen Bewusstsein. Durch die Ausübung des Tantra Yoga können unterbewusste und mentale Blockaden gelöst werden, die uns daran hindern, unser ganzes Potential zu entfalten.


Im Tantra Yoga gibt es 3 Arten: rotes, schwarzes und weißes. Rotes Tantra Yoga beinhaltet die körperliche sexuelle Praktiken. Schwarzes Tantra Yoga umfasst die Kontrolle anderer durch die Verwendung geistiger Kraft bzw. die Beherrschung der Elemente durch die Verfeinerung der mentalen Kraft. Aber keines von den beiden ist ein Teil des Weißen Tantra Yoga.
Weißes Tantra Yoga wird nur unter der direkten Aufsicht des Mahan Tantric in Gruppen von Paaren praktiziert. Es beinhaltet die kontrollierte Nutzung der Gruppen- und Einzelenergie, erzeugt durch das Einhalten einer Position, durch ein Mantra, durch die Konzentration und Kommunikation zwischen den Einzelnen und der Gruppe. Weißes Tantra Yoga ist das Wiedererlangen der Unschuld und die Aneignung der Reinheit des Unterbewusstseins. Dies geschieht durch eine enge Synchronisierung des Einzelnen in den Polaritäten mit der Unendlichkeit.

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Kundalini Yoga ist das Erwecken der Seele

Das Kundalini Yoga ist eine Wissenschaft, welche an den 7 Chakras (den Energiezentren des Menschen), der Bogenlinie sowie der Aura (welche als 8. Chakra bezeichnet wird) arbeitet. Es arbeitet direkt an der Gesamtenergie, und dieser Energiefluss funktioniert auf einfache Art und Weise. Entweder beherrschst du ihn oder er beherrscht dich. Entweder stehst du über der Energie und schwimmst auf ihr, oder du bist unter der Energie, und sie überschwemmt dich. Genau hier kommt Kundalini Yoga ins Spiel. Dabei lernt man, die eigene Energie zu steuern, sie zu erfahren und jede vorgegebene Situation zu durchdringen, um dabei ein Gleichgewicht zu erzielen. Kundalini Yoga arbeitet also gleichermaßen mit allen Elementen des Yoga, der Körperhaltung, Bewegung, Atemführung, mentaler Fokus, Meditation, Mudra (spezielle Handhaltungen) Mantra und Klang. Deshalb gibt es im Kundalini Yoga auch ein großes Angebot an Mantra-Musik. Kundalini Yoga wurde 1969 durch den Yogi Bhajan in den Westen gebracht.

Die Yoga-Sutren des Patanjali

In der Vision von Patanjali sowie in den meisten östlichen und esoterischen Traditionen dient das Wissen dem Erwachen und sogar der Erlösung. Durch Klarheit, Intuition und Verständnis der zeitlosen Natur des Selbst können wir das Leiden überwinden und die unbewussten Handlungen, die nur Leid hervorbringen, unterbinden. Sutra bedeutet "Faden".

Die Yoga-Sutren des Patanjali...

  • bestehen aus 195 bedeutungsvollen Aphorismen, welche in 4 Schritten bzw. Kapiteln vorgestellt werden.

    1. Samadhi-Pada: Versenkung und höhere Bewusstseinszustände
    2. Sadhana-Pada: Disziplin und Übung
    3. Vibhuti-Pada: Kräfte und Fähigkeiten des entwickelten Menschen
    4. Kaivalya-Pada: Das Wesen der Befreiung.
  • sind selbst heute das ultimative Werk über Yoga.
  • geben einen Überblick über Ziele, Philosophie und Struktur der Disziplin des Yoga und der Meditation.
  • erklären, dass der Prozess des Yoga darauf beruht, die Veränderungen oder Wellen des Geistes zu kontrollieren.
  • beschreiben die 8 Arme des Yoga, die essentiell sind für die Yoga-Praxis.
  • bringen die beiden Schulen Yoga und Samkhya zusammen. Im Yoga wird unser individuelles Bewusstsein als eins mit dem universellen Bewusstsein betrachtet. Das Samkhya verdeutlicht, wie sich unser unbegrenztes Bewusstsein in der physischen Welt manifestiert.


Die 8 Arme des Yoga & die 5 grobstofflichen Elemente des Ayurveda

Die Wissenschaft des Yoga stellt einen eindeutigen Bezug zu den grobstofflichen Elementen des Lebens her, aus diesen alles in unserem menschlichen Kosmos gemacht ist, darin besteht die Verbindung zwischen Yoga und Ayurveda, was wiederum das uralte Wissen vom Leben ist.


Äther: Der kreative innere Raum, gesteuert durch Pratyahar, Dharana, Dhyana und Samadhi.
Luft: Empfindsamkeit und Gefühle, geleitet durch bewußte Atemführung - Pranayam.
Feuer: Energie und der Drang, etwas zu tun, gepflegt durch Körperübungen - Asanas.
Wasser: Emotionaler Impuls, geführt von Niyamas - den 5 Disziplinen.
Erde: Gewohnheiten, gespiegelt durch Yamas - der 5-fachen Beherrschung.


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